Welche französischen Vokabeln lohnen sich zuerst? Die, die am häufigsten vorkommen. Wir haben nachgezählt: Die 100 häufigsten Wörter machen 67,5 % aller Wörter in französischen Film- und Seriendialogen aus, die 1.000 häufigsten schon 88,7 %. Unten findest du die 200 wichtigsten, sortiert nach Häufigkeit, Substantive mit Artikel, alles mit deutscher Bedeutung.
Die meisten Listen im Netz sind nach Themen sortiert: Begrüßung, Restaurant, Hotel. Das hilft im Urlaub. Für den Unterricht, für Filme und für echte Gespräche brauchst du aber zuerst die kleinen Wörter, die in fast jedem Satz stecken. Genau die fehlen in vielen Listen.
So haben wir die Wörter ausgewählt
Grundlage ist Lexique 3.83, eine frei nutzbare Datenbank der französischen Sprache von den Psycholinguisten Boris New und Christophe Pallier (Lizenz CC BY-SA 4.0). Sie zählt, wie oft jedes Wort in einem Korpus aus 52 Millionen Wörtern vorkommt. Das Korpus stammt aus den Untertiteln von 9.474 Filmen und Serien (New und Kollegen, 2007). Dazu kommen Zahlen aus Büchern.
Gezählt haben wir Grundformen: je suis, tu es und nous sommes zählen alle für être. Le, la, l' und les stehen in einer Zeile, ebenso mon, ma und mes. Eine Korrektur haben wir selbst vorgenommen: Lexique ordnet die Form suis zum Teil dem Verb suivre (folgen) zu. Gemeint ist aber fast immer je suis (ich bin), deshalb zählen wir suis ganz zu être.
Ein Hinweis zur Quelle: Untertitel sind gesprochene Sprache, und viele stammen aus synchronisierten Filmen und Serien aus den USA. Deshalb steht tuer (töten) in den Untertiteln auf Platz 115, in Büchern erst auf Platz 492. Merci steht in den Untertiteln auf Platz 87, in Büchern auf Platz 872. Für Alltag und Gespräche ist das trotzdem die bessere Grundlage: Die Forscher konnten zeigen, dass die Untertitel-Zahlen zusätzlich zu den Zählungen aus Büchern erklären, wie schnell Menschen ein Wort erkennen.
Die 100 häufigsten französischen Wörter
Die Liste besteht fast nur aus kleinen Wörtern: 26 Verben, 18 Adverbien, 15 Personalpronomen, dazu Präpositionen, Artikel und Konjunktionen. Echte Substantive gibt es nur vier: chose, homme, jour und femme.
Drei Dinge fallen auf. Erstens: être, avoir, aller und faire sind die vier häufigsten Verben, und alle vier sind unregelmäßig. Zweitens: on steht auf Platz 21. Im gesprochenen Französisch ersetzt on oft nous: On y va ? heißt „Gehen wir?“. Drittens: Fragen beginnen im Alltag oft mit est-ce que (Platz 94) oder werden nur über die Stimme gestellt.
Was 100, 1.000 und 2.000 Wörter bringen

Mit den 100 häufigsten Wörtern kennst du rund zwei Drittel aller Wörter in Filmdialogen, mit 1.000 fast neun von zehn. In Büchern verläuft die Kurve flacher. Daten: Lexique 3.83 (Boris New und Christophe Pallier, CC BY-SA 4.0), Untertitel- und Bücherkorpus, Grundformen nach Häufigkeit; eigene Auswertung. Grafik: Mindomax.
Die Kurve steigt am Anfang steil. Schon die 10 häufigsten Wörter decken knapp 30 % ab, die 100 häufigsten 67,5 % aller Wörter in Filmdialogen und 60,6 % in Büchern. Mit 1.000 Wörtern kennst du 88,7 % der Wörter im Film und 82,0 % im Buch, mit 2.000 Wörtern 93,2 % und 87,9 %.
Abdecken heißt aber nicht verstehen. Bei 88,7 % ist im Film immer noch etwa jedes neunte Wort unbekannt, im Buch fast jedes fünfte. Für Englisch hat der Sprachforscher Paul Nation berechnet, dass man ohne Wörterbuch erst ab etwa 98 % bekannter Wörter gut liest; dafür braucht es 8.000 bis 9.000 Wortfamilien (Nation, 2006). Wie das für Englisch konkret aussieht, zeigen wir in unserem Artikel über die 5.000 wichtigsten englischen Vokabeln.
Wie viele Vokabeln du für A1, A2 und B1 brauchst
Der Europäische Referenzrahmen nennt keine Wortzahlen. Der Sprachforscher James Milton hat Wortschatztests mit Französischlernenden in Spanien und Griechenland ausgewertet. Die Tabelle zeigt, wie viele der 5.000 häufigsten französischen Wörter sie im Schnitt kannten (Milton, 2010).
Für A2 brauchst du also grob 1.700 bis 2.000 Wörter, für B1 rund 2.200 bis 2.400. Die 200 Wörter in diesem Artikel sind ein Anfang, kein Ziel. Eine gute Nachricht steht ebenfalls bei Milton: Wer Französisch lernt, erreicht jede Stufe offenbar mit weniger Wörtern als Lernende des Englischen.
Warum viele Vokabellisten anders aussehen
Wir haben die beiden Listen geprüft, die am 16.10.2026 bei Google für „französisch vokabeln“ ganz oben standen, eine mit 500 und eine mit 350 Einträgen. Gezählt haben wir großzügig: Ein Wort gilt als enthalten, wenn es irgendwo vorkommt, in jeder Form, auch mitten in einer Redewendung.
Die 500er-Liste enthält 75 der 100 häufigsten Wörter und 301 der 1.000 häufigsten. Es fehlen unter anderem ce, on, des, dans, y und moi, alles Wörter aus den Top 50. Die 350er-Liste kommt auf 66 von 100 und 246 von 1.000. Ihr fehlen sogar pouvoir (können), mais (aber) und avec (mit).
Themenlisten sind nicht falsch. Wer im Restaurant bezahlen will, braucht l'addition (die Rechnung), auch wenn das Wort selten ist. Wer aber nur nach Themen lernt, lernt viele seltene Wörter, bevor er die häufigen sicher kann.
Die 50 wichtigsten Substantive mit Artikel
Lerne jedes Substantiv mit seinem Artikel. Das deutsche Genus hilft dabei nicht, es führt oft sogar in die Irre: la tête ist der Kopf, le monde die Welt, l'amour (männlich) die Liebe, la voiture das Auto. Wo der Artikel zu l' verkürzt ist, steht das Genus in Klammern.
Nicht in der Tabelle steht dieu (Gott, Platz 119), das in Filmen oft in Ausrufen wie mon Dieu ! vorkommt. Auch Umgangssprache wie truc (Ding) oder mec (Typ) haben wir weggelassen. Beides solltest du verstehen, aber nicht zuerst lernen.
Der Trick mit den Endungen: le oder la?

Wer die Endung kennt, liegt beim Artikel fast immer richtig: -tion ist weiblich, -ment männlich. Daten: Lexique 3.83, 25.388 Substantive im Singular; eigene Auswertung. Grafik: Mindomax.
Für den Artikel gibt es eine Abkürzung: die Endung. Wir haben in Lexique 25.388 Substantive im Singular nach ihrer Endung sortiert. Von 1.483 Wörtern auf -tion sind 1.481 weiblich. Von 986 Wörtern auf -ment ist genau eines weiblich. Auch -ance, -ence, -ie und -té sind fast immer weiblich, -isme, -age, -eau, -oir und -eur fast immer männlich.
Die Ausnahmen sind leider oft häufige Wörter: la page, la plage und l'image enden auf -age und sind weiblich, ebenso la peur, la fleur und la couleur auf -eur sowie l'eau und la peau auf -eau. Und wenn du gar keinen Anhaltspunkt hast: 60 % aller Substantive sind männlich. Im Zweifel ist le die bessere Wette.
Die 30 wichtigsten Adjektive
Bei den Adjektiven steht die weibliche Form dabei. Die meisten bekommen nur ein -e: grand wird grande. Unregelmäßig sind ausgerechnet einige der häufigsten: beau wird belle, vieux wird vieille, nouveau wird nouvelle. Bon, petit und autre stehen schon in der Top-100-Liste.
20 Verben, die du als Nächstes brauchst
Diese 20 folgen direkt nach den 26 Verben der Top-100-Liste. Tuer (töten) und mourir (sterben) verdanken ihren Platz den Filmen, in denen es oft um Polizei und Verbrechen geht.
So lernst du die 200 Wörter
Zehn neue Wörter am Tag reichen. Damit hast du die ganze Liste in 20 Tagen einmal gesehen. Wichtiger als das Tempo ist das Wiederholen. Eine Auswertung von über 300 Experimenten zeigt: Wer seine Wiederholungen über mehrere Tage verteilt, behält mehr als jemand, der am Stück lernt (Cepeda und Kollegen, 2006). Bei Karteikarten fand Nate Kornell dasselbe: Ein großer Stapel, bei dem zwischen zwei Durchgängen derselben Karte mehr Zeit vergeht, schlug mehrere kleine Stapel, die kurz hintereinander gepaukt wurden (Kornell, 2009).
Lies die Wörter nicht nur durch, frag dich selbst ab. Das Abrufen festigt das Gedächtnis deutlich stärker als erneutes Lesen (Karpicke und Roediger, 2008). Wie die Abstände zwischen den Wiederholungen funktionieren, erklären wir in unserem Artikel über Spaced Repetition.
Vier praktische Regeln:
Substantive immer mit Artikel. Lerne la maison, nicht maison. Sonst lernst du jedes Wort zweimal.
Verben in einem kurzen Satz. Je vais au cinéma (Ich gehe ins Kino) merkst du dir leichter als aller = gehen.
Kleine Wörter in festen Wendungen. il y a (es gibt), ne … pas (nicht), d'accord (einverstanden), est-ce que (Frage).
In der Schule zählt zuerst das Lehrbuch. Für den nächsten Vokabeltest brauchst du die Wörter aus Découvertes oder À plus! Diese Liste ergänzt sie: Sie zeigt, welche Wörter du am längsten brauchen wirst.
Mehr Methoden, vom Leitner-System bis zur App, findest du in unserem Artikel Vokabeln lernen mit Karteikarten.
Zehn Apps für französische Vokabeln
Alle zehn gibt es im deutschen App Store oder bei Google Play, und alle wurden in den letzten zwölf Monaten aktualisiert (geprüft am 16.10.2026). Die Preise stammen aus dem deutschen App Store; bei mehreren Preisstufen nennen wir die niedrigste mit „ab“.
Für Schülerinnen und Schüler mit Découvertes ist der Trainer von Klett ein günstiger Weg zu den Buchvokabeln: 6,99 € pro Band, einmal bezahlt (Stand: 16.10.2026). Wer phase6 nutzt, findet alle phase6-Preise bei uns im Detail. Weitere Apps vergleichen wir in unserer Übersicht der besten Karteikarten-Apps.
Wenn du die 200 Wörter nicht abtippen willst, kopier die Tabellen als Text in Mindomax: Die App macht daraus Karteikarten mit Wiederholungsplan, und du kannst sie kostenlos ausprobieren.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Vokabeln in Französisch?
Die Wörter, die am häufigsten vorkommen: être (sein), avoir (haben), aller (gehen) und faire (machen), dazu kleine Wörter wie je, tu, de, ne … pas, et und à. Die 100 häufigsten Wörter machen zwei Drittel aller Wörter in französischen Filmdialogen aus.
Welche sind die 100 wichtigsten Vokabeln im Französischen?
Die 100 häufigsten stehen in der ersten Tabelle dieses Artikels, mit deutscher Bedeutung. Fast alle sind Verben, Pronomen und kleine Funktionswörter. Echte Substantive sind nur chose, homme, jour und femme.
Wie viele französische Vokabeln braucht man für A1, A2 und B1?
In Tests kannten Französischlernende auf A1 im Schnitt 894 bis 1.125 der 5.000 häufigsten Wörter, auf A2 etwa 1.700 bis 1.760 und auf B1 etwa 2.200 bis 2.400 (Milton, 2010). Der Europäische Referenzrahmen selbst nennt keine Wortzahlen.
Wie lerne ich am besten Vokabeln auf Französisch?
In kleinen Portionen und mit Abständen: etwa zehn neue Wörter am Tag, Wiederholungen über mehrere Tage verteilt, und dich selbst abfragen statt nur zu lesen. Substantive lernst du immer mit Artikel, Verben in einem kurzen Satz.
Was sind typische französische Wörter?
Typisch für das gesprochene Französisch sind ça (das), on (man oder wir), est-ce que (leitet eine Frage ein), d'accord (einverstanden) und bon (gut, na gut). Alle stehen unter den 150 häufigsten Wörtern.




